Hecken und Stacheldraht.....

Die wenigen übrig gebliebenen Hecken in der Landschaft bringen Wärme und.....sie leben! Leider sind diese Heckenlandschaften zu Museumsstucken geworden und leben wir in einer Umgebung von Stachel- / Stromdraht und Zäunen.

Da Hecken eigentlich zwei Waldränder sind, die rucken an Rucken stehen (mit dem Wald dazwischen), hat das Maasheckengebiet bei Boxmeer in Nord-Brabant eine besondere Bedeutung für viele Waldrandbrutvögelsorten.

Wir umzäunen den Lebensraum von Mensch und Tier mit aggressiven Parzellenbegrenzungen als ob wir eine Kernzentrale oder ein Gefängnis gegen Ein- und Ausbruch Schützen würden.
Am Erschaffen dieser landschaftlichen Häßlichkeit ist beinahe jeder beteiligt.
Selbst Naturschutzorganisationen finden es praktischer und billiger, ihre Weidegebiete mit Stacheldraht zu umzäunen. Wenn dir in einem Naturreservat dann ein Naturschützer über den Weg läuft, dann bestimmt mit einer Rolle Stacheldraht.

Junger Baumfalk, gefangen in Stacheldraht

Vögel, die sich in Stacheldraht verfangen, sterben einen langsamen, leidvollen Tod! Es sei denn, sie werden rechtzeitig entdeckt. Sie werden dann in ein Auffangzentrum gebracht, wo man mit viel Geduld und Liebe versucht, den Schaden wieder gutzumachen.

Einige "Schäfer" setzen in den letzten Jahren auch lieber Hochspannungszaune in Natur.....als dass sie ihre Herde begleiten. Aus Gründen der Subvention und finanziellen Unterstützung verkleiden sie sich an ihrem jährlichen "Offenen Tag" gerne nostalgisch als Hüter einer Herde.

Wildente erdrosselt sich, nachdem sie zwischen zwei Stromdrahte geraten ist.

Die skrupellose Veränderung der Landschaft durch Wege und Bebauung wird viele Pflanzen- und Tierarten verschwinden lassen. Gerade darum sollen die Hecken zurück in die Kulturlandschaft und die Funktion erfüllen, eine ökologische Verbindung zwischen zerschnittenen Naturräumen herzustellen.
Aneinandergereihte grüne Hecken und Bachläufe werden Pflanzen- und Tierarten eine neue Chance zum Überleben bieten, und dann ist zu erwarten, dass verschwundene Waldrand-Brutvogelarten zurückkehren werden.

Blühende Hecken im Maastal

Mit dem Verschwinden von 200.000 km an Hecken und Mäandrierenden Wasserläufen haben wir im vergangenen Jahrhundert in den Niederlanden das Grö?te Kapital vernichtet das der Mensch besitzen kann: Die Lebensfähigkeit des Landes.

Die Maashecken

Um jeden davon zu Überzeugen, was es mit der Bedeutung von Heckenlandschaften auf sich hat, wurde in 2004 der Film gedreht: "Die Maashecken.....man muss sie im Mai Sehen!"

Junge Waldohreulen in einer Weißdornhecke

Es wurde ein Faltblatt gedruckt und Ansichtkarten sind in Vorbereitung. Und auf musikalischem Gebiet gibt es Pläne, einen Brabanter Volkssänger ein Heckenlied singen zu lassen.
Es muss fortwährend etwas getan werden. Glücklich nimmt man es zur Kenntnis, es kommt Beifall von allen Seiten. Das Interesse für neue Hecken wachst sowohl bei Privatleuten als auch bei Behörden. Die Hecke steht bei vielen wieder auf denn Terminkalender. Die Hecke ist wieder "in"!

Im höher gelegenen Gebiet graben die Dachse seit Jahrhunderten ihre Baue.

Das neue Buch von Jaap Dirkmaat vorwegnehmend schreibt Kees Dijksterhuis im NRC vom 20 März einen prächtigen Artikel über Jaap's "Zurück zur Hecke".
Im Maastal ergreift die Gemeinde Boxmeer Initiativen, um die verarmte Heckenlandschaft wieder herzustellen. Inzwischen ist das Anlegen von zig Kilometer neuer Hecken realisiert worden. An den Bahngleisen untersucht man, was Hecken längs der Schienenstränge hinsichtlich Sicherheit und gegen Vandalismus bedeuten, auch hier hat die Medaille zwei Seiten. Durch Teilname an einer Arbeitsgruppe wurde in der Gemeinde Eindhoven erreicht, dass bei der Anlage des Randbereichs an der "Urkhovensen Zeggen" (Flechtwerk) Hecken angepflanzt werden.

Flechtwerkhecken

Hier hat Stachel- und Stromdraht keine Zukunft mehr. Verschiedene Eindhovener Schulen gehen mit ihren Schülern Hecken pflanzen, und so bringen sie in ihren Lebensraum Wärme und Lieblichkeit zurück, die ihre Großeltern noch erlebten.

Der Leinzeisig hält die Umgebung gut im Auge

Die Hecke muss in die Landschaft zurück, die Hecke wird zurückkommen! Mit unterstützenden Maßnahmen durch die Behörden werden dies viele Grundbesitzer befürworten und die Bauern werden bereit sein, aus ihren Besitz etwas Schönes zu machen. In der Zukunft wird dies nur Gewinn einbringen.

Junge Schleiereule

Durch den Film, aber auch durch die Wiederherstellung unserer Landschaft, können die heutigen Generationen erfahren, dass unser land einst schöner und lebendiger war ohne Abgrenzungen und Stacheldraht, und dass wir gemeinsam dazu beitragen können, die Lieblichkeit unserer Landschaft zurückzuerhalten.

Befreit!

Für viele Vogelarten ist in den Naturräumen Stacheldraht eine Katastrophe. Vor allem für die Arten, die horizontal jagen wie: Sperber, Baumfalk und Habicht. Aber auch Eulen, Tauben, Entenarten und hühnerartige Vögel, die plötzlich auffliegen, können Opfer dieser aggressiven Absperrungen werden.
Vögel, die sich in Stacheldraht verfangen, sterben einen langsamen, qualvollen Tod. Es sei denn, man entdeckt sie rechtzeitig. Sie kommen dann in ein Auffangzentrum, wo man mit viel Liebe und Geduld bemüht ist, den Schaden wieder gutzumachen.

Sperber in Stacheldraht gefangen

In den Niederlanden wurden in der vergangenen hundert Jahren 200.000 km an Hecken vernichtet: wegen der Verwendung von Kunstdünger und der Vergröberung landwirtschaftlicher Nutzflächen hielt man sie für überflüssig.
Wei?dornhecken sind landschaftliche Juwelen, und es empfiehlt sich, gro?räumige aggressive Kulturlandschaftsflächen mit Stacheldraht durch Kleinräumige ökologische Landschaften mit Hecken zu ersetzen. Auf die Bedeutung einer Heckenlandschaft für Flora und Fauna, für Erholung und Tourismus wird hingewiesen in dem Film:
"Die Maashecken.....man muss sie im Mai sehen!" (25 min.)

Die Produzenten des Films "Die Maashecken.....man muss sie in Mai sehen" sind:

Loek Ketelaars & Jan Wijn.
Telefoonstraat 6
5641 SN Eindhoven
Telefoon: 040-2813694

Möchten Sie reagieren und den Film bestellen, dann e-mail: .

Text und Fotografie:
Loek Ketelaars & Jan Wijn.


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